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Brief an den Papst 2011



Pressemitteilung Rom, 10.6.2011

Christliche Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LSBT) fordern Papst Benedikt XIV auf ihre Menschenrechte zu verteidigen

Am 10.6.2011 erreicht ein Brief des Europäischen Forums christlicher Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender (im folgenden Text: LSBT) -Organisationen Papst Benedikt XVI. Darin fordert der Dachverband das geistliche Oberhaupt auf, auch Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in die Achtung von Menschenrechten einzubeziehen und deren persönliche Integrität anzuerkennen. In dem Appell an den Papst wird von diesem eine klare Stellungnahme gegen homophobe Gewalt erwartet und gegen den von religiösen Autoritäten ausgeübten Druck auf Lesben und Schwule, sich einer „Reparativen Therapie“ zu unterziehen. Bekannt ist, dass diese Therapien oft folgenschwere psychische Schäden hervorrufen. In dem Schreiben wird die römisch-katholische Kirche zudem dazu aufgerufen, betroffenen Lesben und Schwulen das gleiche Recht auf eine gelebte Partnerschaft mit einem geliebten Gegenüber zuzugestehen wie heterosexuellen Menschen, ohne negative Konsequenzen seitens der kirchlichen Hierarchien befürchten zu müssen.

Das Europäische Forum vertritt 45 christliche LSBT-Mitgliedsorganisationen aus 23 europäischen Ländern. Die Initiative für den gesendeten Brief ging von der polnischen Gruppe „wiary i tęcza” (Glaube und Regenbogen) aus. Die Mitglieder des Europäischen Forums griffen den Vorschlag Anfang Mai bei ihrer diesjährigen Konferenz in Berlin auf. Diese Aktion ist ein weiteres Signal für die Aufbruchsstimmung innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Die lange Zeit vorherrschenden Gefühle von Furcht und Ohnmacht gegenüber der Hierarchie weichen einer Atmosphäre, die von der Forderung nach einem offenen Dialog geprägt ist.

Der Brief an Papst Benedikt XVI wurde in Rom bei der Konferenz „LSBT und die christlichen Kirchen Europas: Zwischen Angst und der Möglichkeit völliger Akzeptanz und Aufnahme in die christliche Gemeinschaft“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Konferenz gehörte zum Programm „Glaube und Homosexualität“ auf dem „Europride“ in Rom, der vom 1. bis 12. Juni 2011 stattfand. Organisiert wurde die Konferenz von der Gruppe „Nuova Proposta“ in Kooperation mit dem Europäischen Forum. Ein international bekannter Redner der Konferenz ist John McNeill, einer der Gründerväter der Schwulen Theologie, der auf Grund seiner Homosexualität aus seinem Jesuitenorden ausgeschlossen wurde.