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Jahrhundertwende bis 1920

1903: Der aus Zürich stammende Theologe Caspar Wirz (-1914) schickt Magnus Hirschfeld bzw. dem Wissenschaftlich-humanitären Komitee WhK eine Arbeit mit dem Titel: "Der Uranier (veraltet für "Schwuler") vor Kirche und Schrift - eine Studie vom orthodox-evangelischen Standpunkt". Diese ist als Beitrag zu den Diskussionen um den §175 (*) gedacht und endet: "Ich schliesse, indem ich der festen Überzeugung Ausdruck gebe, der Uranier habe sich nicht gegen die heilige Schrift zu verteidigen, nicht gegen eine einzige Stelle derselben, nur gegen eine althergebrachte Auslegung."

Der Ermatinger Pfarrer Rudolf Stahel bringt sich im Alter von 35 Jahren um, nachdem seine Homosexualität allgemein bekannt wurde und eine anscheinend nur kleine Gruppe aus der Gemeinde seinen Rücktritt verlangte. Bei der Trauerfeier war die Kirche zu klein, da Stahel in Ermatingen sehr beliebt war. Die Schweizer Zeitungen berichten ausführlich über den Selbstmord (o).

Die psychologischen Theorien über Homosexualität werden zum Teil auch in den Schweizer Kirchen zur Kenntnis genommen, namentlich von Dr. Oskar Pfister (1873 - 1956), Pfarrer in Zürich. Er untersuchte unter anderem auch den Zusammenhang zwischen (verdrängter) Homosexualität und bestimmten Formen der Frömmigkeit.

(*) Paragraf des deutschen Strafrechts, der Sexualität zwischen erwachsenen Männern unter Strafe stellte.

(o) Hirschfeld, a.a.O. S. 133, eine genaue Datumsangabe fehlt.