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Geschichte

Schweizer Kirchen und Homosexualität
Ein Überblick über die letzten hundert Jahre

Die Schweizer Kirchen beschäftigen sich nicht erst seit kurzem mit gleichgeschlechtlicher Liebe. Der folgende Überblick ist eine Ergänzung zur allgemeinen Geschichte der Kirchen mit Homosexualität. Er beschränkt sich erstens auf die Schweiz und zweitens auf Ereignisse, die direkt mit Kirche und Theologie zusammenhängen.

Die Vorgeschichte
Die kirchlichen Lehren über Sexualität vermischt mit vorchristlichen Vorurteilen, haben sehr viel zur Ausgrenzung und Verfolgung von lesbischen Frauen und schwulen Männern (*) beigetragen.
Aus der Antike und aus dem Hochmittelalter sind uns zwar leidenschaftliche Briefe und Gedichte bekannt. Kirchliche WürdenträgerInnen wie Anselm, Erzbischof von Canterburry (1033 - 1109) oder Hildegard von Bingen (1098 - 1179) scheuen sich nicht, ihre zärtliche und leidenschaftliche Zuneigung zu einem Menschen des gleichen Geschlechts auch schriftlich zu bekennen, und der hl. Aelred von Rielvaulx (-1167) entwickelt eine eigentliche "Theologie der Freundschaft".

Auf die Dauer setzte sich aber die sexualfeindliche Haltung eines Augustin (354 - 430) und eines Thomas von Aquin (1225 - 1274) durch. Danach ist jede sexuelle Aktivität "unzüchtig", ausser wenn sie innerhalb der Ehe zur Zeugung von Kindern geschieht. Im päpstlichen Lehramt gilt dies in den Grundzügen noch heute, und auch die protestantische Theologie wurde davon stark beeinflusst. Seit 1274 gilt die Ehe in der katholischen Kirche (o) als Sakrament. In den reformatorischen Kirchen ist sie ebenfalls das Ideal des menschlichen Zusammenlebens und wird nach der zum Teil gewaltsamen Abschaffung des Zölibats als "Heilmittel gegen die Begierde" allen empfohlen. Wer nicht heiratete war suspekt.

Ebenfalls im 15.-17. Jahrhundert kam es zu schweren Verfolgungen, auch in Zusammenhang mit dem Hexenwahn. Die Verbrennung zweier homosexueller Männer auf dem Zürcher Fischmarkt am 24. 9. 1482 ist nur ein Beispiel.

(*) Aus Gründen der Verständlichkeit verwende ich die Begriffe "lesbisch", "schwul", und "homosexuell", obwohl diese aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, in diesem Zusammenhang also anachronistisch sind.

(o) katholisch ist an sich erst seit der Reformation ein sinnvoller und korrekter Begriff, aber "päpstlich" oder "römisch" klingt abwertend.












Vorchristliche Vorurteile Auslegung